duminică, 18 mai 2014

bayern wieder am Marienplatz gefeiert.

Schiedsrichter: Hummels--Tor nicht zweifelsfrei erkennbar

Schiedsrichter Florian Meyer hat seine umstrittene Entscheidung zum vermeintlichen Treffer des Dortmunders Mats Hummels im DFB-Pokalfinale verteidigt.
                                          Foto: AEP & APPF
Im realen Ablauf war es sowohl für meinen Assistenten als auch für mich nicht zweifelsfrei erkennbar, ob der Ball die Torlinie vollständig überschritten hat oder nicht, zitierte der Deutsche Fußball-Bund den Referee in einer Mitteilung vom Sonntag. Somit haben wir entschieden, das Spiel weiterlaufen zu lassen, sagte Meyer demnach weiter.

Der DFB wies am Sonntag zudem die Darstellung zurück, Meyers Assistent habe zunächst auf Tor entschieden. Florian Meyer hat seinen Assistenten nicht überstimmt, es gab auch keine unterschiedliche Wahrnehmung der Situation. Von der Seitenlinie kam weder per Fahne noch über Headset das Signal auf ein Tor, erklärte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

Beim 2:0-Sieg des FC Bayern München hatte Meyer das Tor von BVB - Abwehrchef Hummels nicht anerkannt. TV - Bilder scheinen zu beweisen, dass der Ball die Linie überschritten hatte. Es wäre der Führungstreffer für die Dortmunder gewesen. Wegen der Szene entflammte die Debatte um die Torlinientechnik erneut. Die Mehrheit der Proficlubs hatte sich im März gegen die Technik entschieden, Bayern und Dortmund sowie viele Schiedsrichter waren indes dafür.

Editor: Julian Ovidiu B, APPF & AEP 

DFB Pokal 2014 - Guardiolas Machtdemonstration.

Der Zoff zwischen Guardiola und Mandzukic hätte für den Trainer ungemütliche Folgen haben können. Nun aber ist Pep mächtiger denn je.

                                          Foto: APPF & AEP


Das hätte nach hinten losgehen können!

Einen Tag vor dem Pokalfinale explodierte das Pulverfass. Nach monatelang schwelendem Streit hatte Pep Guardiola genug und warf Mario Mandzukic aus dem Kader für das letzte, so wichtige Spiel in Berlin gegen Borussia Dormund. Die ultimative Demütigung.
                                          Foto: APPF & AEP

Der BVB musste im Berliner Olympiastadion nach Platz zwei in der Bundesliga erneut den Bayern den Vortritt lassen. Nach derPokalübergabe durch Bundespräsident Joachim Gauck kannte der Jubel keine Grenzen.

                                                       Foto: APPF & AEP




Der Kroate wird unter dem Katalanen nicht mehr für die Münchner spielen, ein Wechsel liegt auf der Hand. Als seine Mannschaftskollegen in Berlin um das 10. Double der Vereinsgeschichte kämpften, war der vereinsintern beste Torschütze der vergangenen Bundesliga-Saison längst in Seiner kroatischen Heimat.

Eine risikoreiche Aktion, die für Guardiola leicht hätte ins Auge gehen können. Durch die Degradierung seines bulligen Mittelstürmers beraubte er sich einer wichtigen Option im Angriffszentrum. Bei einer Niederlage hätte es Diskussionen gegeben, die Aktion wäre hinterfragt worden. Dass es nicht so kam, daran hatte der Trainer selbst einen enorm hohen Anteil.

Ungewohnte Formation.
In einer völlig ungewohnten Formation mit Dreierkette und tief stehenden Außenverteidigern hatte Guardiola seine Mannschaft aufs Feld geschickt. Um die Dortmunder Konter zu kontrollieren, wie er nach dem 2:0 n.V. von Berlin selbst erklärte.

Was bei Spielbeginn wie eine Notlösung aussah, wie eine Reaktion auf die kurzfristigen Ausfälle von Thiago, Bastian Schweinsteiger und  David Alaba, entpuppte sich als von langer Hand geplanter Schachzug. Wir haben das seit einer Woche so trainiert, verriet Jerome Boateng. Wir wussten schon lange, wie wir spielen wollten. Unser Trainer hat uns einfach super eingestellt!

Kapitän Philipp Lahm, der seine Verletzung als etwas am Sprunggelenk verschoben beschrieb, verwies auf den Montag als Zeitpunkt für eine genaue Diagnose. Die WM habe er aber weiter fest im Blick. Vorher fand auch er deutliche Worte zu Gunsten seines Trainers. Der verstehe sein Handwerk und habe die Aufgaben klar verteilt, so Lahm. Das ist auch keine Idee, die über Nacht entstanden ist, wir hatten eine Woche Zeit, uns vorzubereiten.

Dortmund-Schreck Arjen Robben.
Dass dann zur Umsetzung des Plans selbst Mario Mandzukic nicht mehr nötig war, lag an der sehr agilen Offensivreihe um Mario Götze, Thomas Müller und Arjen Robben. Ich weiß nicht, was genau da los war, gab Boateng noch einmal angesprochen auf den Streit unumwunden zu. Aber Mandzu ist Teil dieses Teams. Er ist jetzt nicht dabei. Trotzdem werden wir den Pokalsieg feiern.
 
Zu verdanken hatte er dies Arjen Robben, der zum zweiten Mal binnen 12 Monaten ein großes Finale gegen Dortmund entschied. 
Als der Niederländer schließlich als letzter und erst nach mehrfacher Aufforderung durch Teammanagerin Kathlen Krüger mit Fußballmütze auf dem Kopf und Pokal in der Hand Richtung Mannschaftsbus joggte, hatte für Pep die wohlverdiente Sommerpause schon begonnen. Mit Pokal und gestärktem Ego.



Editor: Julian Ovidiu B & AEP

vineri, 16 mai 2014

In Türkei Tränengas gegen tausende Demonstranten in Soma

Nach dem schweren Bergwerksunglück in der Türkeiversucht die Regierung in Ankara, die wachsenden Proteste mit Gewalt zu unterdrücken. Am Schauplatz des Unglücks in Soma gingen Polizisten mit Tränengas, Gummimantelgeschossen und Wasserwerfern gegen rund 10.000 Demonstranten vor, die den Rücktritt der Regierung forderten. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan geriet wegen seines Umgangs mit dem Unglück zunehmend in die Kritik.
                                            AFP & APPF
Die Demonstranten in Soma weigerten sich trotz Aufforderung der Polizei, sich zurückzuziehen, und antworteten mit Steinwürfen auf den Tränengaseinsatz. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, wie eine AFP & APPF Reporterin beobachtete. Die Menge rief Parolen wie Rücktritt der Regierung  oder Soma, schlaf nicht, vergiss die Kumpel nicht.

Nach dem schwersten Bergwerksunglück in der Geschichte der Türkei mit vermutlich mehr als 300 Toten werfen Kritiker der Regierung vor, den wirtschaftlichen Aufschwung auf Kosten der Arbeitssicherheit vorangetrieben zu haben. Zusätzlichen Unmut erregte Regierungschef Erdogan durch seine Reaktion auf das Unglück.

Erdogan hatte Soma am Mittwoch besucht und viele Bewohner gegen sich aufgebracht, als er über die angebliche Unvermeidbarkeit von Bergwerksunfällen sprach. So etwas passiert eben, sagte er. Daraufhin wurde Erdogans Wagenkolonne von wütenden Demonstranten attackiert, die den Rücktritt des Ministerpräsidenten forderten.

Laut Medienberichten soll Erdogan bei seinem Besuch in Soma zudem auf zwei Betroffene losgegangen sein. Die 15-jährige Tochter eines Todesopfers des Grubenunglücks sei von Erdogan tätlich angegriffen worden, nachdem sie den Regierungschef als Mörder meines Vaters beschimpft habe, berichteten die Zeitung Evrensel  und andere Medien. Demnach ohrfeigte Erdogan zudem einen Bergmann und beschimpfte ihn als  Ausgeburt Israels.

Ein Sprecher von Erdogans Regierungspartei AKP betonte, es gebe keine Beweise für die angebliche Ohrfeige. Ebenfalls in Soma hatte der Erdogan-Berater Yusuf Yerkel auf einen am Boden liegenden Demonstranten eingetreten. AKP-Sprecher Hüseyin Celik erklärte, bei Yerkels Fußtritt handele es sich um legitime Selbstverteidigung.

Rund 500 Rettungskräfte sind in Soma weiter im Einsatz, um die letzten verschütteten Bergleute aus der Kohlegrube zu bergen. Laut Energieminister Taner Yildiz wurden noch maximal 18 Kumpel vermisst, für die es praktisch keine Überlebenschance mehr gab. Die endgültige Opferzahl des Unglücks werde vermutlich bei 302 liegen.

Das Unglück und die dadurch ausgelöste Kritik kommt für Erdogan zur Unzeit, er will in den kommenden Wochen voraussichtlich seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im August ankündigen. Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) forderte Erdogan auf, auf einen am 24. Mai in der Kölner Lanxess-Arena geplanten Auftritt zu verzichten. NRW sei sei der falsche Ort für Erdogans Wahlkampfauftritte, sagte Schneider der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Bei der Wahl des türkischen Präsidenten am 10. August können erstmals auch im Ausland lebende Türken ihre Stimme abgeben. Von den fünf Millionen in Deutschland lebenden Auslandstürken wohnen die meisten in NRW. Erdogan will in Köln offiziell zum zehnjährigen Bestehen der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) reden.


wieder zurück APPF

Dieser Ort war fast zwei Monate Pause aufgrund technischer Probleme.

miercuri, 19 martie 2014

Volker Schlöndorff stellt seinen Spielfilm Diplomatie vor und die schöne Rosario Dawson fliegt aus Hollywood ein.

ist der Tag des großen Berliner Kinos. Am Abend wird im Berlinale Special der Film Diplomatie von Volker Schlöndorff vorgestellt. Der Film beschäfitgt sich mit der Frage, wie knapp Paris der Zerstörung durch die Nazis entkam.

Im Wettbewerb sind heute der spanisch-kanadische Beitrag Aloft, mit Jennifer Connelly, die gestern mit Baby nach Berlin reiste. Im Film spielt Connelly die Mutter eines behinderten Sohnes und entdeckt ihre eigenen Heilkräfte. Der Film gilt als ein heißer Bären Anwärter! Ebenfalls im Wettbewerb. La tercera orilla ein argentinisches Familiendrama und Bai Ri Yan Huo, ein Öko Drama aus China.
Aber auch ein Hauch Hollywood schwebt wieder über dem Berlinale Palast: Im Berlinale Special wird das mexikanische Landarbeiter. Drama César Chavez vorgestellt  mit US-Star Rosario Dawson.
Partymäßig ist heute eher Erholung angesagt. Am Nachmittag findet der 12. Saarland Film Empfang statt. Die Preisträger des Filmfestival Max Ophüls Preises werden präsentiert.

Editor: Julian Ovidiu B & APPF

Uli Hoeneß ist gleiche Ein Krimineller wie jeder andere.


Uli Hoeneß wird zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der FCBayern Präsident ringt mühsam um Fassung.


Die Stunde der Wahrheit schlägt für Uli Hoeneß um 14 Uhr. Nach drei Stunden des Wartens, die für den FCBayern Präsidenten zu den wohl quälendsten seines Lebens gehören, betreten alle wieder den Saal 134 des Landgerichts München II. Jeden Moment wird das Urteil verkündet. Hoeneß steht zwischen seinen Verteidigern. Sein Gesicht ist gerötet.



Um 14:06 Uhr betritt die Kammer unter Vorsitz von Richter Rupert Heindl den Saal. Alle erheben sich. Hoeneß blickt erst an die Decke, dann auf den Tisch vor sich. Er kaut auf seiner Unterlippe.

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil, sagt der Richter. Das Gericht verurteilt Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Das Wort Bewährung muss Heindl gar nicht erwähnen. Dreieinhalb Jahre bedeuten Gefängnis. Eine Freiheitsstrafe ist nur bis zu einer Höhe von zwei Jahren zur Bewährung aussetzbar.


Editor: Julian Ovidiu B & NEWS APPF

marți, 18 martie 2014

Kommt es für Uli Hoeneß doch noch mehr dicker?


Das Urteil ist akzeptiert, bald tritt Uli Hoeneß seine Gefängnisstrafe an. Hat aber das Fußball Idol schmutzige Geschäfte verschwiegen? In der Schweiz regen sich Zweifel.
Bisher hat es den Eindruck eines sauberen Abgangs. Uli Hoeneß macht reinen Tisch und geht nicht gegen das Urteil, dreieinhalb Jahre Haft wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe, in Revision. Er trat von seinen Ämtern zurück und packt den Koffer für den Knast  in einigen Wochen ist er drin und könnte Weihnachten schon als Freigänger im Familienkreis verbringen. Er steht zu seiner Schuld und ist kein Getriebener mehr. Er kann sich läutern.

Dies ist die eine Geschichte. In der anderen steht das eine oder andere Fragezeichen. Denn zu groß sind die Summen, um die es in der Causa Hoeneß geht  und zu schnell wurde das Gerichtsverfahren durchgezogen. In Rekordzeit hatte Richter Heindl geurteilt, obwohl die Verteidigung erst im Verfahren mit sensationellen neuen Details  und vor allem Zahlen  aufwartete. Die Unterlagen, welche die Zockereien des ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München dokumentieren, diese Abertausenden von Seiten, sind bis heute ungelesen; es fehlte schlicht die Zeit zur Auswertung. Das Gericht aber entschied nach Pi mal Daumen.



Das kann gerecht sein, die Zahlen mögen auch realistisch sein. Aber dennoch regen sich Zweifel  und zwar bei Geldprofis, die bisher nicht nachvollziehen können, welche Geschäfte genau Hoeneß eigentlich betrieben hat. Und nun kommt ein ganz neuer Ball ins Rollen.



Angeblich habe Hoeneß Devisenspekulationen betrieben, so sagten es seine Verteidiger vor Gericht aus. Er habe manches Detail der Bank überlassen. Das stimmt zum einen skeptisch, weil sich Hoeneß stets als Zocker darstellte, der den Kick suchte. Das er jemanden anderen mit dem eigenen Geld spielen ließ, erscheint da wenig glaubhaft. Und zum anderen weckt die Art der angeblichen Geschäfte Argwohn.

Der Schweizer Tagesanzeiger benennt in diesem Zusammenhang zwei Ungereimtheiten. Erstens: Devisenhandel sei kein Spielplatz für kleine Fische. Weder für normale Banken und erst recht nicht für Personen, die zwischen Trainingsplatz und Pressekonferenz hin und wieder zum Handy greifen und Kurse durchgeben. Den Devisenhandel betreiben Megabanken. Zweitens: Die Profite im Devisenhandel lassen sich nur in der Masse realisieren, denn die Marge ist sehr klein. Man muss also verdammt viel Geld in den Umlauf bringen, um es beim Devisentausch zu vermehren – wie bei Supermarktketten, deren Profit bei einem verkauften Steak bei wenigen Cent liegt.

Der Tagesanzeiger zitiert einen ehemaligen Revisor, nach dem es für Hoeneß schlicht unmöglich gewesen sei, aus seinem Spielgeld von 20 Millionen Euro zeitweise 150 Millionen Euro zu machen. 

Ein Ex Banker äußert schließlich den Verdacht, die angeblichen Devisengeschäfte von Hoeneß seien eine Schutzbehauptung, um andere Aktivitäten zu verstecken. Welche? Tagesschau.de nennt eine solche Praktik. 

Wenn zwei Akteure etwa eine Geldsumme in Fremdwährung unter dem Marktpreis verkaufen, um sie zeitgleich zu einem höheren Kurs weiter zu veräußern und sich den Gewinn teilen. Das ist natürlich reine Spekulation, schreibt auch tagesschau.de.

Und so wird die Affäre Uli Hoeneß mit dessen Gang ins Gefängnis nun doch nicht aufhören. Mehrere namhafte Medien, wie etwa der Stern, haben angekündigt, weiter zu recherchieren. Denn bisher hat Hoeneß nur einzelne Mosaiksteinchen aus seinem etwas anderen Geschäftsleben preisgegeben. Der kurze Prozess, der ihm nun gemacht wurde, könnte abgelöst werden durch eine lange Folterbank.






Editor: Julian Ovidiu B & NEWS APPF

vineri, 14 martie 2014

Prozess gegen Uli Hoeneß in München 2014

14 Uhr, Urteil. Haftstrafe für Uli Hoeneß.
Uli Hoeneß ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München sprach den Präsidenten des FC Bayern München am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung in sieben Fallen schuldig. Hoeneß blickte beim Urteilsspruch zu Boden, seine Mundwinkel zuckten.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen eines besonders schweren Falls von Steuerhinterziehung für eine Haft von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Die Anklage forderte höchstens eine Bewährungsstrafe, sollte das Gericht die Selbstanzeige als unwirksam erachten. Beide Parteien können in Revision gehen, nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

In ihrer Anklage war die Staatsanwaltschaft noch von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe der ersten drei Prozesstage vervielfachte sich diese Summe auf 27,2 Millionen Euro.


13 Uhr, Uli Hoeneß Schlussworte.
Uli Hoeneß hat sich in seinem Schlusswort dem Plädoyer seines Anwalts angeschlossen. Ich habe dem Vortrag von meinem Verteidiger nichts hinzuzufügen, sagte der Präsident des FC Bayern München am Donnerstag in dem Steuer-Prozess gegen ihn vor dem Landgericht München. Er hat alles gesagt, was ich nicht besser hätte formulieren können. Anschließend legte Hoeneß seiner Frau Susi die Hand auf den Arm, als er den Saal 134 im Münchner Justizpalast verließ. Anwalt Hanns Feigen hatte höchstens eine Bewährungsstrafe sowie die Aussetzung des Haftbefehls gegen Hoeneß gefordert, sollte das Gericht die Selbstanzeige als unwirksam ansehen.


12 Uhr. Die Plädoyers, Uli Hoeneß wirkt geschockt.

Staatsanwalt Achim von Engel trägt die Einzelstrafen vor, die er für Hoeneß Steuerhinterziehung in den Jahren von 2003 bis 2009 jeweils für angemessen hält. Die Freiheitsstrafen, die Engel nennt, reichen von sieben Monaten bis vier Jahren. Der Staatsanwalt kommt zu einer Gesamtstrafe von fünfeinhalb Jahren. Das Wort Bewährung muss Engel gar nicht erwähnen. Fünfeinhalb Jahre bedeuten Gefängnis. Eine Freiheitsstrafe ist nur bis zu einer Höhe von zwei Jahren zur Bewährung aussetzbar.

Uli Hoeneß wirkt geschockt. Sein Gesicht ist gerötet. Er sieht aus, als kämpfe er mit den Tränen. Bei den Worten des Staatsanwaltes schluckt er hart. Seine Frau Susanne sitzt in der erste Reihe, vor der Absperrung zum Zuschauerbereich, links neben dem Tisch des Staatsanwalts. Auch sie schluckt hart. Ihr Mann zupft seine Krawatte zurecht. Er blickt kurz zu ihr und, als sie seinen Blick erwidert, sofort wieder weg.

Verteidiger Feigen will den Worten des Staatsanwalts mit Geschwindigkeit die Wirkung nehmen. Die Frage des Richters nach einer Unterbrechung verneint Feigen. Er will sofort selbst plädieren. Die Gefängnisstrafe, die Engel gefordert hat, soll offenkundig nicht lange im Raum stehen bleiben. Je länger sein Anwalt von der Rückkehr seines Mandanten zur Steuerehrlichkeit spricht, umso mehr weicht das Rot aus Hoeneß Gesicht. Hoeneß fasst sich wieder.

Staatsanwalt Engel war zuvor von einem Zuschauer aufgefordert worden, doch lauter zu sprechen. Der Staatsanwalt war zu Beginn seines Plädoyers tatsächlich kaum zu verstehen. Richter Rupert Heindl gestattete Engel, im Sitzen zu plädieren, damit das Mikrofon seine Wirkung entfalten konnte. Fortan plädiert Staatsanwalt Engel sitzend. Hanns W. Feigen plädiert trotzdem stehend. Seine Worte dringen auch ohne Mikrofon bis in die hinterste Ecke des Raumes.

Feigen trägt vor, warum seiner Meinung nach die Selbstanzeige ihre Wirksamkeit allenfalls nur knapp verfehlt hätte. Feigen: Die Selbstanzeige vom 17. Januar 2013 lasse vor allem keinen Zweifel daran, dass Herr Hoeneß damit zur Steuerehrlichkeit ohne jede Einschränkung zurückkehren wollte und zurückgekehrt ist. Er erklärt noch einmal, dass eine Selbstanzeige nur dann unwirksam wird, wenn die darin eingestandene Tat bereits entdeckt war und die Angaben unvollständig sind. Dass die Tat zum Zeitpunkt der Selbstanzeige entdeckt worden sei, ist eindeutig zu verneinen, so Feigen. Der Journalist, der Hoeneß auf den Fersen war, habe nicht gewusst, wem das Nummernkonto bei der Schweizer Bank Vontobel gehörte.

Auch die Zahlen, die für die Berechnung der Steuerschuld nötig sind, seien in der Anzeige enthalten gewesen. Dass die Berater, die die Anzeige verfasst haben, es versäumt hätten, darauf hinzuweisen, dass auch jeweils im Laufe der Jahre, die unterm Strich mit Verlusten endeten, Gewinne erzielt worden waren, sei nicht Hoeneß anzulasten. Feigen. Nicht Herr Hoeneß hat die Selbstanzeige verfasst, sondern er hat sich dabei beraten lassen. Feigen sagt, Es wäre besser gewesen, wenn die Berater seinerzeit einen Satz dazugeschrieben hätten. Dies hätte dazu geführt, dass wir hier nicht sitzen würden und darüber stritten, ob Selbstanzeige wirksam ist.


11.30 Uhr: Verteidigung will Bewährungsstrafe für Hoeneß.
Im Steuer-Prozess gegen Uli Hoeneß fordert die Verteidigung eine Bewährungsstrafe und die Aussetzung des Haftbefehls gegen den Präsidenten des FC Bayern München. Die Tat wird überlagert von einer vollständigen Rückkehr zur Steuerehrlichkeit, sagte Anwalt Hanns Feigen am Donnerstag vor dem Landgericht München. Die Stunde Null dieses Verfahrens ist der 17. Januar 2013. Das war die Rückkehr des Herrn Hoeneß zur Steuerehrlichkeit. Es gebe bisher keine Urteile, wie mit einer solchen fehlgeschlagenen Selbstanzeige umzugehen sei. Das Urteil werde nicht vor 14.00 Uhr fallen, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz.

Zuvor hatte die Anklage für eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Es handele sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung, sagte Staatsanwalt Achim von Engel. Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, liegt nicht vor. An den Staatsanwalt gerichtet sagte Verteidiger Feigen, er halte die beantragte Strafe in der Oktave für völlig verfehlt.

Die Staatsanwaltschaft war in ihrer Anklage noch von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe der ersten drei Prozesstage vervielfachte sich diese Summe auf 27,2 Millionen Euro. Die Verteidigung hat diese Steuerschulden anerkannt.

10:45 Uhr. Keine wirksame Selbstanzeige Anklage fordert lange Haft für Hoeneß.
Im Steuer Prozess gegen Uli Hoeneß fordert die Anklage eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten für den Präsidenten des FC Bayern München. Es handele sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung, sagte Staatsanwalt Achim von Engel am Donnerstag vor dem Landgericht München II. Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, liegt nicht vor. Eine Selbstanzeige müsse zumindest so viele Angaben erhalten wie eine Steuererklärung. Das ist bis heute nicht der Fall, betonte von Engel.

Für Hoeneß spreche zwar, dass er ein Geständnis abgelegt habe, nicht vorbestraft sei und unter einer großen psychischen Belastung stehe. Der Prozess habe einen gewaltigen medialen Wirbelsturm ausgelöst, Hoeneß habe öffentlich am Pranger gestanden. Gewichtige Milderungsgründe, die eine Bewährungsstrafe rechtfertigen würden, seien das aber nicht. Nach dem Plädoyer der Verteidigung könnte es noch am Donnerstag zu einem Urteil kommen.

Die Staatsanwaltschaft war in ihrer Anklage noch von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe der ersten drei Prozesstage vervielfachte sich diese Summe auf 27,2 Millionen Euro. Die Verteidigung hat diese Steuerschulden anerkannt.

Reaktionen von Promis und Politikern auf das Urteil.

Hanns Feigen Der Hoeneß Verteidiger über die Reaktion seines Mandaten zum Urteil.


16.Uhr Die Kernaussagen in der Urteilsbegründung.


Die Kernaussagen von Richter Rupert Heindl in der Urteilsbegründung im Prozess gegen Uli Hoeneß. Das Landgericht München verurteilte den Präsidenten des FC Bayern München am Donnerstag zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Das bloße Berufen darauf, die Bank habe quasi alles alleine gemacht, nehmen wir Ihnen nicht ab. Sie waren getrieben von der Angst vor Entdeckung. Sie hatten viele Jahre Zeit, ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Sie haben es nicht getan, sondern, wie sie selbst eingeräumt haben, auf Zeit gespielt. Die Dimensionen waren Ihnen bekannt. Die Grundentscheidung haben Sie getroffen. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass nur mit den vorgelegten Unterlagen keine wirksame Selbstanzeige hätte erstattet werden können. Es ist keine missglückte Selbstanzeige, sondern eine unzureichende Selbstanzeige. Dennoch haben wir natürlich ganz erheblich zu Ihren Gunsten das Geständnis gewertet. Es wird manchmal vergessen, dass die Steuerhinterziehung ein Vorsatzdelikt ist. Über Ihre Lebensleistung ist schon so viel gesagt worden  das möchte ich nicht wiederholen.


15:20 Uhr. Uli Hoeneß weiter auf freiem Fuß.
Der Anwalt des zu einer Haftstrafe verurteilten Uli Hoeneß will Rechtsmittel gegen das Urteil im Steuerprozess gegen den Präsidenten des FC Bayern München einlegen. Wir werden das Urteil natürlich mit dem Rechtsmittel der Revision angreifen, sagte Hanns Feigen am Donnerstag in München.

Der erste Strafsenat des Bundesgerichtshofs werde sich dabei insbesondere mit den Anforderungen an die Wirksamkeit einer Selbstanzeige beschäftigen müssen. Entscheidend ist, wie mit einer solchen nicht idealen Selbstanzeige umzugehen ist, erklärte Feigen.

Zugleich wurde bekannt, dass der Haftbefehl gegen Hoeneß zwar weiter aufrechterhalten, aber außer Vollzug gesetzt bleibt. Das erklärte Gerichtssprecherin Andrea Titz. Bayern-Präsident Hoeneß war zuvor vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.
Die Staatsanwaltschaft hält sich den Einsatz möglicher Rechtsmittel gegen das Urteil offen. «Wir werden nun, nicht mehr heute, aber ab morgen, nochmal die Urteilsgründe untersuchen und dann entscheiden, ob wir ebenfalls in Revision gehen werden oder nicht», sagte Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Donnerstag. Binnen einer Woche können beide Parteien Revision einlegen, nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

15 Uhr. Gericht geht von Steuerschuld in Höhe von 28,5 Millionen Euro aus.
Das Landgericht München geht im Fall des zu Haft verurteilten Uli Hoeneß von einer Steuerschuld in Höhe von 28,5 Millionen Euro aus. Die zuletzt genannte Summe von 27,2 Millionen Euro habe sich erhöht, weil noch Solidaritätszuschlag einberechnet werden müsse, sagte Richter Rupert Heindl am Donnerstag bei der Urteilsbegründung. Es handele sich bei den Vergehen des Präsidenten des FC Bayern München nicht um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung. Allerdings sei Steuerhinterziehung ein Vorsatzdelikt, betonte Heindl. Das bloße Berufen darauf, die Bank habe quasi alles alleine gemacht, nehmen wir ihnen nicht ab.


14:50 Uhr Uli Hoeneß will das Urteil anfechten.
Der Anwalt des zu einer Haftstrafe verurteilten Uli Hoeneß will Rechtsmittel gegen das Urteil im Steuerprozess gegen den Präsidenten des FC Bayern München einlegen. Wir werden das Urteil natürlich mit dem Rechtsmittel der Revision angreifen, sagte Hanns Feigen am Donnerstag in München.

14:45 Uhr, Haftstrafe für Hoeneß, nur wenig Regung beim Urteilsspruch.
Uli Hoeneß muss mit einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten für seine millionenschwere Steuerhinterziehung büßen. Das Landgericht München sprach den Präsidenten des FC Bayern München am Donnerstag in einem der spektakulärsten Steuerverfahren in Deutschland in sieben Fällen schuldig. Hoeneß hatte dem Fiskus mit einem Geheimkonto in der Schweiz mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern vorenthalten. Hoeneß blickte beim Urteilsspruch zu Boden und zeigte nur wenig Regung.

Das Gericht blieb deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die wegen eines besonders schweren Falles von Steuerhinterziehung für eine Haft von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert hatte. Die Verteidigung hielt höchstens eine Bewährungsstrafe für angemessen, sollte das Gericht die Selbstanzeige als unwirksam erachten. Beide Parteien können in Revision gehen. Nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Seine Ehefrau Susi litt im Zuschauerbereich mit.
Hoeneß' Hoffnung, den Saal 134 im Münchner Justizpalast doch noch als freier Mann verlassen zu können, erfüllte sich nicht. Als Richter Rupert Heindl um 14:07 Uhr das Urteil verkündete, zuckten seine Mundwinkel. Seine Ehefrau Susi litt im Zuschauerbereich mit und war nach dem Richterspruch völlig erstarrt.

Am vierten und letzten Verhandlungstag hatte es keine weiteren Beweisanträge gegeben. Das Verfahren konnte damit gleich mit den Plädoyers fortgesetzt werden. Ankläger Achim von Engel sprach von einem besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung. Hoeneß Anwalt Hanns Feigen hatte in seinem rund 50 minütigen Schlussplädoyer auch eine Aussetzung des Haftbefehls gefordert. Falls das Gericht davon ausgehe, die Selbstanzeige sei wirksam, müsse von Straffreiheit ausgegangen werden. Ich habe dem Vortrag von meinem Verteidiger nichts hinzuzufügen. Er hat alles gesagt, was ich nicht besser hätte formulieren können, sagte Hoeneß in seinem Schlusswort.

Der 62.Jährige legte seiner Frau Susi die Hand auf den Arm, als er vor der Beratung des Gerichts für rund zweieinhalb Stunden zwischen Hoffen und Bangen verließ. Sein Haftbefehl war im Frühjahr vergangenen Jahres gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro außer Vollzug gesetzt worden. Die Anklage war ursprünglich von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe des Prozesses war die Summe auf mindestens 27,2 Millionen Euro emporgeschnellt. Die Verteidigung hatte diese Steuerschulden anerkannt.

Das Urteil dürfte auch den FC Bayern erschüttern. Hoeneß ist seit Jahrzehnten das Gesicht des Vereins. Als Spieler, Manager, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der AG prägte und prägt der Patriarch vom Tegernsee den erfolgreichsten deutschen Fußball Club. Kann er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsrat nun behalten?

Der seit 2009 als Präsident amtierende Hoeneß hatte auf der Mitgliederversammlung im November 2013 angekündigt, nach dem Prozess die Vertrauensfrage zu stellen. Ich werde mich jedem Votum, das sie treffen, unterwerfen, hatte Hoeneß zu den Mitgliedern. Er wolle ihnen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung das Recht geben, zu entscheiden, ob ich noch der richtige Präsident für diesen Verein bin.

Tat wird überlagert von Rückkehr zur Steuerehrlichkeit
VW Chef Martin Winterkorn stellte eine schnelle Reaktion des mit weiteren deutschen Wirtschaftsführern besetzten Aufsichtsrates in Aussicht. Nach dem Urteilsspruch muss sich der Aufsichtsrat beraten. Vorher nicht, sagte der Volkswagen Chef am Donnerstag vor dem Urteilsspruch bei der Bilanzvorlage des Autobauers in Berlin.

Im Kern ging es bei den Plädoyers um die Wirksamkeit der im Januar 2013 von Hoeneß gestellten Selbstanzeige. Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, liegt nicht vor, meinte der Staatsanwalt.

Die Tat wird überlagert von einer vollständigen Rückkehr zur Steuerehrlichkeit, sagte hingegen Feigen. Die Stunde Null dieses Verfahrens ist der 17. Januar 2013. Das war die Rückkehr des Herrn Hoeneß zur Steuerehrlichkeit, betonte der Staranwalt. Schon aus der Selbstanzeige hätten sich über eine Schätzung die Steuerschulden errechnen lassen, argumentierte Anwalt Feigen. Daraus habe die Finanzverwaltung zwei Wochen nach dem Einreichen der im Januar 2013 eingereichten Selbstanzeige in einer Probeberechnung sogar eine Steuerschuld von 70 Millionen Euro errechnet. Da lägen die jetzt veranschlagten 27 Millionen deutlich darunter, betonte Feigen.

Es gebe bisher keine Urteile, wie mit einer solchen fehlgeschlagenen Selbstanzeige umzugehen sei, erklärte Feigen. Es sei zu prüfen, warum die Selbstanzeige fehlgeschlagen sei. Das sei nicht die Schuld von Hoeneß gewesen. Die Selbstanzeige sei von Beratern erstellt worden. Es wäre besser gewesen, lediglich eine Schätzung vorzunehmen.

An den Staatsanwalt gerichtet sagte Feigen, er halte die von ihm beantragte Strafe in der Oktave für völlig verfehlt. Auch die Anklagebehörde habe festgehalten, dass ohne die Selbstanzeige die Ermittlungen der Behörden ergebnislos verlaufen wären.

Für Hoeneß spreche zwar, dass er ein Geständnis abgelegt habe, nicht vorbestraft sei und unter einer großen psychischen Belastung stehe, räumte Ankläger von Engel ein. Der Prozess habe einen gewaltigen medialen Wirbelsturm ausgelöst. Hoeneß habe öffentlich am Pranger gestanden. Auch Hoeneß Lebensleistung, sein soziales Engagement und die verunglückte Selbstanzeige können den Bayern-Boss aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht vor einer Gefängnisstrafe bewahren. Gewichtige Milderungsgründe, die eine Bewährungsstrafe rechtfertigen würden, seien das alles nicht, erklärte von Engel.

Editor: Julian Ovidiu B & NEWS APPF

joi, 13 martie 2014

Tage der Wahrheit vor Gericht, der letzte Tag des Prozesses von Uli Hoeneß.

Für Uli Hoeneß sind es die Tage der Wahrheit. 14 Monate nach seiner Selbstanzeige stand der 62-jährige Präsident des FC Bayern München im Münchner Justizpalast wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Hier die wichtigsten Ereignisse im Prozess des Jahres.
17 Uhr Zusammenfassung Das Spiel ist aus Haftstrafe für Bayern Boss Uli Hoeneß.


Als Richter Rupert Heindl das Urteil verkündet, beißt sich Uli Hoeneß auf die Lippen. Seine Hände liegen flach auf dem Tisch, die Finger trommeln leise. Einmal wischt er sich mit der Hand über die Wange. Seine Frau Susi sitzt in der ersten Reihe  wie versteinert. Keine Regung ist ihr anzumerken. Drei Jahre und sechs Monate Haft verhängt das Landgericht München II am Donnerstag für den Präsidenten des FC Bayern. Zur Bewährung kann das nicht mehr ausgesetzt werden. Wenn das Urteil rechtskräftig wird, muss der wohl streitbarste Fußball Funktionär Deutschlands ins Gefängnis.



Ruhig und sachlich erklärt Richter Heindl, warum es keine Bewährungsstrafe gibt  und warum er das Verfahren auch nicht einstellte. Es wird manchmal vergessen, dass Steuerhinterziehung ein Vorsatzdelikt ist, sagt er. Das bloße Berufen darauf, die Bank habe quasi alles alleine gemacht, nehmen wir Ihnen nicht ab.



Die Selbstanzeige sei nicht aus freien Stücken erfolgt, hält er dem Verurteilten vor. Sie waren getrieben von der Angst vor Entdeckung. Zu Hoeneß Gunsten wertete das Gericht seinen bislang unbescholtenen Lebenswandel und vor allem sein Geständnis.



Stunde Null dieses Verfahrens.
Was dieses Urteil bedeutet, zeigt sich am besten, wenn man an das zurückdenkt, was Hoeneß Anwalt Hanns W. Feigen als Stunde Null dieses Verfahrens bezeichnet den 17. Januar 2013. Damals stellte Uli Hoeneß seine inzwischen ebenso bekannte wie umstrittenen Selbstanzeige. Dass es das geheime Schweizer Millionenkonto überhaupt gibt, hatte er nur zwei Tage vorher seinem Steuerberater offenbart. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Anwesen von Hoeneß in Bad Wiessee. Hoeneß kam gerade aus Berlin von einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU.



Bis zu seinem öffentlichen Absturz wurde der Präsident des derzeit erfolgreichsten Fußball Clubs der Welt von den Reichen und Mächtigen in diesem Land geradezu hofiert. Auch wenn er selbst Millionen verdiente, galt er als ehrliche Stimme des Volkes, als Vertreter des kleinen Mannes sogar. Er inszenierte sich - durchaus mit Erfolg  als großes moralisches Vorbild.



Das ist nun vorbei. Er ist ein wenn auch noch nicht rechtskräftig verurteilter Steuersünder, der selbst eingeräumt hat, mehr als 27 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Das Gericht geht zum Schluss sogar von 28,5 Millionen aus, die Hoeneß nachzahlen muss. Der Solidaritätszuschlag fehlte noch.



Mustergültig in seinem Leben verhalten.
Das war die Rückkehr des Herrn Hoeneß zur Steuerehrlichkeit, sagt zwar sein Verteidiger Feigen über den Tag der Selbstanzeige. Allerdings räumte er in seinem Plädoyer formale Fehler ein. Nach der Entscheidung kündigte er an, das Urteil anzufechten. Die Anwälte wollen, dass der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in der Causa Hoeneß entscheidet. Und sie hoffen dann auf eine Bewährungsstrafe.



Feigen stellte die besonderen menschlichen Verdienste von Hoeneß heraus. Er hat sich mustergültig in seinem Leben verhalten privat und beruflich. Und er habe stets ein Herz für andere gezeigt, stets dort geholfen, wo Not am Mann war. Nach Bekanntwerden seiner Steuersünde seien Hoeneß und seine Familie über Wochen durchs Dorf getrieben worden. Idioten haben sich an den Zaun gestellt, Idioten haben Drohbriefe geschrieben. Außerdem spricht er von «medialer Hinrichtung. Hoeneß hört auch dem weitgehend regungslos zu. Er lutscht ein Bonbon. Ab und zu legt er die Hände übereinander. Sehr aufgeräumt sieht das aus.



Nach dem Urteil aber kann er den Saal 134 im Münchner Justizpalast gar nicht schnell genug verlassen. Er wartet nicht einmal wie sonst auf seine Frau. Er bleibt auf freiem Fuß, wenngleich auf Pump der Haftbefehl bleibt gegen eine Millionenkaution ausgesetzt.



In diesem spektakulären Steuerprozess lernte die Öffentlichkeit einen anderen Uli Hoeneß kennen als den polternden Vereinspräsidenten. Zwei Gesichter, so scheint es, hat der 62.Jährige Hoeneß, der Zocker, der an einem Tag schon mal 18 Millionen Euro bei Spekulationsgeschäften verspielte, und Hoeneß, der Ex Nationalspieler und erfolgreiche Bayern Boss, der an der Spitze stand, wenn der FC Bayern auf dem Fußballplatz Sieg um Sieg erspielte. Für beide aber heißt es jetzt: Das Spiel ist aus zumindest bis es vor dem Bundesgerichtshof in die Verlängerung geht.


Editor: Julian Ovidiu B & NEWS APPF

miercuri, 12 martie 2014

Freiheit, oder alle Schuld zurückgezahlt werden, oder Gefängnis für Uli Hoeneß???

27,2 Millionen Euro hinterzogene Steuern könnten den FC-Bayern Präsidenten ins Gefängnis bringen. Ungerecht wäre das nicht. Eine Analyse von Wiebke Ramm.

Schönen Lächeln und kurze.

27,2 Millionen Euro hat Uli Hoeneß an Steuern hinterzogen. Mindestens. So viel steht fest. Klar ist auch, dass ohne Hoeneß Mithilfe womöglich niemand je von dieser unglaublichen Summe erfahren hätte. Hoeneß hat sich am 17. Januar 2013 selbst angezeigt. Er tat dies wohl nicht ganz freiwillig. Ein Journalist war ihm auf den Fersen. Hektisch verfassten der FC-Bayern Präsident und seine Berater ein Schreiben ans Finanzamt. Angeklagt wurde er trotzdem. Nun steht das Urteil bevor.




Die Staatsanwaltschaft hält die Selbstanzeige für unwirksam. Sie weise zu große Lücken auf. Die Behörde hat ihn nur wegen 3,5 Millionen Euro Steuerschulden angeklagt, alles andere konnte sie aus den eingereichten Unterlagen nicht ersehen. Eigentlich soll eine Selbstanzeige den Ermittlern viel Arbeit ersparen. Sie soll für sich sprechen, alles offen legen. Im Fall Hoeneß fing die Arbeit für die Steuerfahnder mit der Anzeige erst an. Zehntausende Seiten an Bankunterlagen haben die Beamten gesichtet. Beendet ist ihre Arbeit eigentlich noch nicht. Trotzdem einigten sich nun alle auf eine Steuerschuld von 27,2 Millionen Euro. Im Zweifel für den Angeklagten. Sie habe eine Best Case Berechnung vorgenommen, hatte die Steuerfahnderin gesagt. Sie ist also bei ihren Berechnungen für den für Hoeneß günstigsten Fall ausgegangen.



Was bedeutet das alles für die rechtliche Bewertung?

Einen solchen Fall hat es noch nie gegeben. Eine bereits bewährte Antwort eines Gerichts auf eine ganz oder halb missglückte Selbstanzeige existiert nicht.

Für Hoeneß spricht, dass er sich selbst mit dem Schweizer Geld wohl nicht wirklich bereichert hat. Er hat damit gezockt, vielleicht auch den Überblick verloren, so scheint es. Andererseits hat er ganz ähnliche Spekulationen auch in Deutschland getätigt und dies brav dem Finanzamt gemeldet. Er wusste demnach, was er tat und unterließ. Für ihn spricht sein soziales Engagement, auch seine Spendenfreudigkeit.


Richter Rupert Heindl gilt als eher harter Hund

Gegen Hoeneß spricht, dass Spenden in Höhe von fünf Millionen Euro im Verhältnis zu 27,2 Millionen Euro wie ein Witz klingen. Gegen Hoeneß spricht auch, dass der Bundesgerichtshof bei hinterzogenen Steuern von mehr als einer Millionen Euro eine Gefängnisstrafe fordert  und nur im Ausnahmefall eine Bewährungsstrafe für legitim hält. 27,2 Millionen Euro sind kein gutes Argument für eine Sonderbehandlung. Der Versuch einer Selbstanzeige schon eher. Gegen Hoeneß spricht ebenfalls, dass er die vollständigen Bankunterlagen nur sehr zögerlich herausrückte. Er gibt der Bank die Schuld daran. Doch großen Tatendrang lässt auch sein eigenes Verhalten der vergangenen Monate nicht erkennen.

Eine Prognose im Fall Hoeneß steht und fällt mit der Frage, ob das Gericht die Selbstanzeige anerkennt. Tut es das, wird Hoeneß straffrei bleiben und das Verfahren eingestellt. Angesichts der zusammengewurschtelten Selbstanzeige wäre dies ein grandioser Sieg für Hoeneß und seine Verteidigung. Erkennt das Gericht die Selbstanzeige nicht an, wird Hoeneß einer Gefängnisstrafe nicht entgehen können. Nicht bei dieser unfassbaren Summe. Ungerecht wäre das nicht. Und Richter Rupert Heindl gilt als eher harter Hund.


Editor: Julian Ovidiu B & NEWS APPF

Der dritte Tag im Hoeneß-Prozess endet schnell.

Doch die Verteidigung schießt diesmal scharf und setzt weiter darauf, dass der Bayern-Boss nicht in Haft muss.


Bislang hatte sich Star Anwalt Hanns W. Feigen stark zurückgehalten.
Heute am Mittwoch, am dritten Tag des Prozesses gegen Bayern Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung, ergriff der 64Jährige hingegen als Erster das Wort, nachdem Richter Rupert Heindl den Sitzungssaal 134 betreten hatte.

Visier hochgeklappt, Augen zusammengekniffen, Attacke  das wird ganz nach dem Geschmack von Hoeneß gewesen sein.

Der 64jährige Feigen zeigte sich erbost über Aussagen, wonach die Verteidigung von den am Dienstag enthüllten 27,2 Millionen Euro hinterzogenen Steuern überrascht worden sei.
"Wir sind nicht dämlich! In der Selbstanzeige vom 17. Januar 2013 sind sämtliche Zahlen bereits enthalten, wetterte er und fügte an. Wer sagt, dass die Selbstanzeige aus dem Ruder gelaufen ist, hat die Sache nicht verstanden!
Hoeneß, der im Gegensatz zum Vortag weitaus gefasster wirkte, nickte neben ihm zustimmend.

Zeuge entlastet Hoeneß Lager.
Die Verteidigung hatte gleich zu Beginn auch die bezifferten Steuerschulden widerspruchslos anerkannt. Richter Rupert Heindl bemerkte in diesem Zusammenhang deshalb, dass das Gericht bei einem Urteil von den neuen Zahlen ausgehen werde und nicht von den 3,5 Millionen Euro, die in der Anklageschrift standen.

Aufwind bekamen Hoeneß und seine Anwälte zudem, nachdem die Vernehmung des ersten Zeugen ihre Sichtweise festigte. Seine Antwort auf die Frage, ob alle Dateien auf den ominösen USB Sticks mit den Bank-Unterlagen bereits am 18. Januar 2013 erstellen worden sein, hatte Brisanz versprochen. Einen Beleg lieferte sie dann aber nicht. "Zumindest ein Element wurde erstellt. Es bedeutet aber nicht, dass sie abgeschlossen wurde", erklärte der Zeuge.

Triumphierend warf Feigen ein Die These, sämtliche Dateien seien schon vor mehr als einem Jahr brauchbar gewesen, ist reiner Unfug!
Die Hoeneß Anwälte hatten den kompletten Datensatz erst am 5. März, also wenige Tage vor Prozessbeginn, an die Steuerfahndung übergeben. Daraus war der Vorwurf entstanden, sie hätten Material zurückgehalten.

"Nur nach Fußball gefragt"
Der zweite Zeuge, Betriebsprüfer Walter T. beschrieb im Anschluss, wie reguläre Besuche beim Unternehmer Hoeneß in dessen Haus am Tegernsee abliefen. Der 62Jährige wird automatisch überprüft, weil seine Einkünfte einen Betrag von 500.000 Euro im Jahr übertreffen.

Er berichtete von 30, 40 Ordnern mit Unterlagen der Ulrich Hoeneß GmbH in drei bis vier Umzugskisten. Sein Fazit: "Alles ganz normal. Mit Hoeneß selbst habe er nie über Steuern gesprochen. Ich habe ihm nur ein paar Fußball Fragen gestellt, sagte er. Gelächter im Saal, ein Lächeln bei Hoeneß. Nach exakt 70 Minuten war der dritte Tag bereits beendet.

Vor dem letzten Tag dreht sich weiter alles um die Frage, ob Hoeneß' Selbstanzeige vom Gericht als wirksam erachtet wird, sprich als strafbefreiend.

In diesem Fall würde Hoeneß den Justizpalast als freier Mann verlassen, die 27,2 Millionen müsste er dennoch bezahlen. Das Strafverfahren würde eingestellt, ein Steuerverfahren schlösse sich an. Das wäre die optimale Lösung für Hoeneß.

Anklage hält dagegen.
Die Staatsanwaltschaft geht aber weiterhin, dass die Selbstanzeige unwirksam ist. Es hätten Zahlen vorgelegen, bestätigte Ken Heidenreich, der Sprecher der Staatsanwaltschaft  aber. Die Steuerbehörde konnte mit den Zahlen nichts anfangen.

Sollte das Gericht ähnlich denken, könnte es eng werden für Hoeneß. Die 27,2 Millionen Euro liegen weit über der Grenze von einer Million Euro, an der eine Haftstrafe auf Bewährung noch für denkbar gilt.


Editor: Julian Ovidiu B & NEWS APPF